Blog zum Sonntag: Bewegung in der Natur

Blog zum Sonntag: Bewegung in der Natur

Ich war immer schon eine Draußen-Frau und ein Naturkind. In der Hinsicht sogar schwer privilegiert dank meiner Eltern, weil sie für uns Plätze in dieser Welt gefunden haben, an denen man wirklich niemanden trifft wenn man das nicht will.
Dafür muss man aber auch gar nicht reisen, denn Österreich bietet wirklich viel Natur und sagenhafte Schönheit.

Wie überlebenswichtig für mich Bewegung in der Natur ist, wurde mir erst während der Chemo und Bestrahlung klar. Ich hatte mir zu Beginn meiner Behandlung vorgenommen jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zu gehen. Wenn ich mehr schaffte, dann ging ich so viel und so lange es Spaß machte. An manchen Tagen war die halbe Stunde eine echte Herausforderung, nicht zuletzt wegen meinem massiven Hand-Fuß-Syndrom. Die Fußnägel waren auch immer wieder ein Thema… und irgendwann hatten sich nach einem Spaziergang einfach meine Fußsohlen abgelöst (da schaust auch mal blöd). Gleichzeitig war es aber auch eine riesengroße Ressource. Ich konnte Emotionen los werden, Sorgen raus atmen, nachdenken, die Natur anschauen, beobachten, mich mit dem Hier und Jetzt beschäftigen, mich um meinen Körper kümmern.

Ich mache das bis heute: wenn es emotional kritisch wird, geh ich zuerst spazieren – und dann koch ich zur Not noch Marmelade.
Bei meinen Spaziergängen war und bin ich komplett bei mir. In der Natur geht es mir gut, meine Seele kann atmen, ich bin zufrieden und glücklich.