Interview für ORF Burgenland – Werner ACHS – Leben mit seltenem Krebs

INTERVIEW für ORF BURGENLAND

Absatz den ich während des Drehs geschrieben habe

Heute war es soweit. Veronika Berghofer vom ORF Burgenland wollte mich über meine Krebsgeschichte interviewen. Ich war am Anfang etwas nervös, aber durch ihre freundliche Art legte das sich sehr schnell. Auch der Kameramann Max Hofhansl, war ein lässiger Typ. Die Einstellungen und auch Alles drumherum war hochprofessionell. Und es war auch super, dass mein Freund Heli schon kam. Auch er nahm mir etwas von meiner Nervosität. Ist ja auch ein cooler, lässiger Typ. Das erkennt man schon an seiner Art und Weise. Es freut mich überhaupt, dass er mich schon seit bereits 4 Jahren ins AKH bringt. Er wurde von Veronika auch bereits interviewt.

Obigen Zeilenabsatz hab ich direkt während des Drehs geschrieben. Natürlich um authentisch zu wirken. Ich dachte mal, ich tipp halt mal irgenwas runter, was mir grad so einfällt, aber der Absatz wurde eigentlich ganz gut und ist kein Nonsens und daher lass ich ihn auch so stehen. 😉

Vorgeschichte

Schon vor Wochen, als ich mich gerade im AKH einer Stammzelltransplantation unterzog bzw. mich gerade davon erholte, kontaktierte mich Veronika Berghofer, Moderatorin des ORF Burgenlandes und fragte mal bei mir vorsichtig nach, ob ich es mir eventuell vorstellen könnte, dem ORF ein Interview über meine Krebsgeschichte zu geben. Da ich ja ein sehr offener Mensch bin und ich sie ja schon einige Jahre von den ORF Burgenlandwanderungen her kannte, wo sie mich auch schon einmal interviewte (da sich meine Wanderkameraden weigerten bzw. medienscheu sind), gab ich ihr mein Einverständnis. Aber nur unter der Bedingung, dass sie selbst wieder das Interview führen würde.

Grundsätzlich gebe ich ja nicht wirklich gerne sowas, da ich da extrem nervös bis. Man braucht sich nur meine letzte Pressekonferenz zu “25 Jahre Krebshilfe Burgenland” ansehen, da hatte es mich gerissen wie ein Kluppensackl (Sack voller Wäscheleineklipps). Vor einer Kamera reden, war noch nie meins. Natürlich sollte nur Veronika das Interview mit mir machen, auch um mir diese Nervorsität vor der Kamera zu nehmen und daher kamen wir dann auch zu unserer Übereinkunft. In Facebook sind wir ja ebenfalls seither befreundet und wir haben auch schon des Öfteren miteinander kommuniziert. Die ORF Moderatoren pflegen eben sehr guten Kontakt zu ihrer Fangemeinde. 😉 Daher verabredeten wir uns dann quasi auch für einen Termin Mitte September.

Mittwoch, 18. September 2019 – (K)ein Tag wie jeder Andere

Der Tag war also gekommen. Um 10 Uhr sollte Veronika mit ihrem Team kommen. Mein Tag begann wie jeder Andere. Ab 6 Uhr Tagwache. Bonnie, meinen Golden Retriever füttern. Duschen. Dann mal kurz ins Büro schauen, Mails checken, Post durchschauen, Facebook checken und um 8 Uhr meine Tabletten nehmen. Danach wollte ich noch kurz meine Mutter besuchen, die war aber schon ausgeflogen und im Dorf unterwegs. Daher verschlug es mich zu meinem Freund, dem Kirchenwirten, wo ich mir sehr oft ein Frühstück hole oder auch nur einen guten, heißen Kakao trinke. Dort erfahre ich auch immer die Neuigkeiten, die es so rund um unseren Ort oder die Umgebung gibt. Und ich treff dort auch öfters Freunde, die ebenfalls frühstücken hinkommen. Dort blieb ich bis halb 10 Uhr. Dann fuhr ich wieder nach Hause um auf das ORF Burgenland-Team zu warten.

Eintreffen des ORF Teams und (k)ein peinlicher Nachbar

10 Minuten vor 10 Uhr war es dann soweit. Da ich grad im Garten draußen war, bemerkte ich schon ein Auto (eine alte Schüssel ohne ORF Logo, wo sogar schon die Beifahrerscheibe geklebt wurde – Sparpaket erfasst Alle 😉 ), dass sich bei mir einparkte. Ich guckte hinaus und schon kam mir ein blonder, junger Mann (in meinem Alter) entgegen und streckte mir seine Hand zum Gruße. Wie sich herausstellte, war es der Kameramann Max Hofhansel. Da hatte sich auch schon Veronika aus dem Auto herausgequält, da sich ihr Kollege doch etwas eng bei meiner Hausmauer eingeparkt hatte. Wir begrüßten uns herzlich. Wie alte Freunde, die sich schon lange nicht gesehen haben. Unser Telefonat vom Vortag, wo wir den Ablauf beredeten, nahm mir ja schon im Vorhinein, jegliche Nervosität. Plötzlich hielt neben uns ein Auto. Es war ein aufdringlicher, neugieriger Nachbar, der nach kurzer Plauderei auch gleich anscheinend seinen Wein beim ORF promoten wollte. Etwas peinlich, wenn ihr mich fragt, aber bitte… Er wollte Veronika sogar eine Flasche Wein schenken, hatte aber nur eine angefangene (!) Flasche im Auto. Na so ein Pech aber auch…

Helmut Renner, Freund und Taxiunternehmer unterstützte mich großartig

In der Zwischenzeit kam mein Freund Heli auch schon. Das freute mich sehr, dass er es geschafft hat. War ja nicht ganz sicher, da er mit seinem Familientaxiunternehmen sehr viel Stress hat, da ja bei ihm immer sehr viel los ist. Er fährt ja mit mir auch oft Krankentransport ins AKH, da bekomm ich ja viel mit. War super, dass er mit dabei war. Dadurch war ich ja auch weniger nervös bzw. eigentlich gar nicht, was mich eh wunderte. Wir unterhielten uns ganz normal wie immer und ignorierten die Kamera total. Wir begannen nämlich gleich in meinem Vorhof zu drehen. Es störte mich auch gar nicht, dass die Kamera lief, es war wie ein Treffen unter Freunden, wo man sich ganz normal unterhielt. Und Bonnie war natürlich auch mit von der Partie. Ganz und gar nicht kamerascheu, verspielt wie immer und sie stahl uns quasi die Show. 😉

Heli wurde dann zuerst zum Einzelinterview gebeten, da er noch einen Dialysetermin mit einem Patienten hatte, den er ins Krankenhaus bringen musste. Ich lauschte im Hintergrund. War ja neugierig, was er so über mich sagte. 😉 War ein tolles Interview, er machte das wirklich souverän. Man merkte ihm weder Nervosität noch sonst irgendwas an. Heli brachte das so richtig cool rüber. Ein sehr gutes Vorbild für mich, in jeglicher Hinsicht. Er ist irgendwie schon fast wie ein Bruder für mich und ist mir schon sehr ans Herz gewachsen. Unsere vielen, gemeinsamen Fahrten ins Spital nach Wien haben uns sicher auch schon etwas zusammengeschweisst. Mir ist ja schon seine ganze Familie ans Herz gewachsen und wir verstehen uns wirklich super. So einen Krankentransport kann man sich nur wünschen, viel besser hätt ich es nicht treffen können. Nach seinem tollen Interview musste er wieder weiter.

Medienscheue Freunde und Verwandte

Ich war ja sehr froh, das Heli gekommen war, um mich beim Dreh zu unterstützen und um ein paar Worte über mich für den ORF zu sagen. Die meisten meiner Freunde waren ja auch arbeiten, daher war es wirklich toll, dass er sich kurz Zeit nahm und er vorbeischauen konnte. Herzlichen Dank dafür, Heli!! 🙂 Ich hatte natürlich im Vorfeld einige Verwandte (Cousinen) und Freunde gefragt, ob sie zu mir vorbeischauen könnten und ein paar Worte über mich, für den Bericht von Veronika, zu sagen. Bei den Meisten wußte ich, dass sie keine Zeit haben würden und arbeiten oder auf Urlaub sind. Ist ja nicht so einfach, sich so zwischen 10 Uhr und 13 Uhr Zeit zu nehmen, um bei mir dabei zu sein. Das versteh ich vollkommen. Und und sich dafür extra freizunehmen, dass hätt ich ja auch nicht wollen. Und ich versteh es auch, dass es Einige nicht wollen vor einer Kamera zu stehen und zu sprechen. Ist nich Jedermanns Sache und sogar mich macht sowas eigentlich auch nervös. Aber zum Glück an diesem Tag mal nicht. Vielleicht greifen jetzt mal doch meine Kommunikationsschulungen, von denen ich schon ein Paar über mich ergehen lassen musste. Das war immer eine Qual für mich, aber anscheinend habens jetzt doch mal geholfen. Hätte ich gar nicht für möglich gehalten. 😉

Weiterer Dreh im Regionautenbüro

Wir begaben uns mal in mein Blockhaus, rauf in den ersten Stock, wo ich mein kleines Regionautenbüro habe und die meisten meiner Texte und Geschichten verfasse. Bestens eingerichtet mit Schreibtisch, Laptop, TV, Massagesessel und natürlich einem kleinen Kühlschrank mit Getränken. Mehr braucht man als Schreiberling nicht. Ein weit besseres Büro als ich es an meinem ehemaligen Arbeitsplatz (den ich ausser ein paar Kollegen wahrlich nicht vermisse) hatte. Wir drehten einige Szenen, bei dem ich so wie jetzt, vor meinem Laptop saß und einen meiner Texte (siehe erster Absatz oben) verfasste. Sollte ja Alles authentisch wirken. 😉 In der Zwischenzeit kam auch Andrea, meine Psychologin von der Krebshilfe Burgenland. Echt spitze, dass sie es, trotz kurzfristiger Terminbekanntgabe, geschafft hat, zu uns zu kommen und mich bzw. uns zu unterstützen. Sie kommt ja aus dem südlichen Burgenland und hat so um die 2 h Anfahrtszeit bis in meine Heimatgemeinde. Ist ja auch nicht selbstverständlich. Wir drehten also einige Szenen in meinem Büro und fuhren dann weiter zu einen meiner Lieblingsplätze.

Dreh in den Weinbergen und auf einer Aussichtsplattform

Aussichtsplattform Ungerberg. Der sollte man, falls man je Gols besucht, sei es zum Erholungsurlaub oder einem Weinevent, auf jeden Fall mal einen Besuch abstatten. Ist in der Nähe der Autobahnbrücke zwischen meiner Heimatgemeinde und Weiden/See. Ein herrliches Plätzchen. Mit einer super Aussicht auf den Neusiedler See und auch über ganz Gols oder die Weiten der Pannonischen Tiefebene. Eine Labstelle für müde Wanderer. Da führt u.a. auch der Jakobsweg Burgenland vorbei. Und darum ging es auch in dem Dreh am Ungerberg, also jetzt ums Wandern, da dass ja Eines meiner liebsten Hobbies ist und ich das ja auch zur Stärkung meines Immunsystems machen soll bzw. auch muss. Wir, also Andrea und ich, wanderten der Labstelle entgegen und Max filmte uns dabei. Und wir drehten dort mit Veronika auch Einzelinterviews. Wir hatten ja ein tolles Wetter und daher auch eine super Aussicht. Dort entstanden echt super Szenen und Bilder für das Portrait über mich. Ihr könnt gespannt sein. Dann gings weiter zu unserem Schlussdrehort.

Abschlussdrehort Kirchenwirt – 1. Bezirk von Gols

Es ging weiter zu meinem Freund Oswald, dem Besitzer, Geschäftsführer, Restaurant- und Barunternehmer, Wein, Seminarhotelbetreiber, Koch- und Kellner  und was weiß ich noch Alles, in Personalunion vom Familienunternehmen DANIEL, dass jetzt mehr als erfolgreich von Ossi Jr. geführt wird. Natürlich hab ich auch ihm schon im Vorfeld aufgeklärt, dass wir vorbeikommen würden. Sein Vater, Oswald Senior und noch ein paar weitere Gäste waren vor Ort. Wir drehten wie ich grad ins schöne Lokal komme und ich von den Anwesenden und insbesondere von Oswald Jr. begrüßt wurde und wir ein bisschen Smalltalk machten. War irgendwie ganz lustig. Wir machten auch ein schönes Gruppenfoto von Veronika, Max, Andrea und mir zur Erinnerung. Man ist ja nicht alle Tage mit dem ORF unterwegs. 😉

 

Zusammengefasst möchte ich sagen, es war wirklich ein sehr schöner, toller und durchaus hochinteressanter Tag für mich, da ich quasi auch mal hinter den Kulissen sehen konnte, wie so ein ORF-Beitrag entsteht. Veronika hat mich auch eingeladen, mal in Eisenstadt beim Landesstudio vorbeizuschaun und mit ihr eine exklusive Führung zu machen. Das werd ich sicher annehmen und bei Gelegenheit wahrnehmen und darüber berichten. Ich bin auf jeden Fall auch schon sehr neugierig und gespannt, wie der Beitrag so wird. Bestimmt super mit so tollen Beteiligten, dass kann ich jetzt schon sagen!! 😉

Daher gilt mein DANK auch allen BETEILIGTEN, die am Mittwoch dabei waren!! YOU MADE MY DAY!!! 🙂

Alles Liebe, euer

Werner ACHS

KrebsbloggerKURVENKRATZER – INFLUCANCER

EGAL WIE  DU ÜBER KREBS SPRICHST… HAUPTSACHE DU TUST ES ! ! !