Alkohol … der Sanitäter in der Not?? Werner ACHS – Leben mit seltenem Krebs

Darf ich als Krebspatient Alkohol trinken?

 

Das ist natürlich eine sehr gute Frage und das werde ich auch wirklich des Öfteren gefragt. Dazu erzähle ich mal ein bisschen aus meinem Leben.

 

Ich stamme ja aus einer sehr bekannten Weingegend und da wächst man ja bekanntlich mit dem (Wein)flascherl auf. Meine Heimatgemeinde GOLS ist der größte Weinort von Österreich und meine Eltern (leider Beide verstorben) waren WINZER. Also ich kenne den Weg des Weines (von der Erzeugung bis zu genussvollen Degustation) quasi von der Picke auf und bin also als Sohn eines Wein- und auch Ackerbauern aufgewachsen und hatte damit schon mein Leben lang zu tun. Auch wenn wir unsere Weingärten bereits vor Jahren alle verpachtet haben, lässt Einen sowas natürlich nicht los.

 

Hier ein paar Fotos von unserer letzten Weinlese im Jahr 2008:

Meine Mutter bei der Weinlese            Mein Vater beim Füllen der Weinbottiche

Meine Mama                        Weinlese Ried Herrenwald     Mein Papa

eine reichliche Ernte von Zweigelt Trauben vom Ried Herrenwald  

2 volle Bottiche Zweigelt   Ich – Mittendrinn 😉         Weingartenbewohner

Unsere fleißige Weinleserpartie 😉

 

Das wird mir natürlich ewig in Erinnerung bleiben, auch wenn ich nie so gerne im Weingarten und lieber im Keller geholfen habe oder mit zum Abladen gefahren bin. Und so etwas prägt Einen natürlich.

 

Aber meine “wilden Jahre” sind längst vorbei. Jahre, wo weit über den Genuss hinaus verkostet und degustiert wurde. 😉 Deswegen bin ich aber natürlich noch lange kein Alkoholiker oder habe irgendwelche Probleme, die ich wegsaufen will. Wobei ein Mensch mit zwei Krebsarten vielleicht allen Grund hätte, sich seine Sorgen wegzusaufen. Aber das hilft natürlich nicht!!

 

Ich kenne leider nicht wenig Menschen, die an Krebs erkrankt sind und dann (aber auch schon vorher) viel getrunken haben. Einfach weil sie schon voller Metastasen waren und es für sie schon zu spät war und es für sie keine Rettung mehr gegeben hat. Da hätte auch der beste Psychologe der Welt nicht helfen können. Aber natürlich wird bestimmt auch nicht geholfen haben, da man natürlich am Tag danach einen Kater hat und die Sorgen noch immer da sind. “Jetzt ist auch schon egal” haben da dabei Einige gesagt. 🙁 Versteh ich auch irgendwie. Vielleicht gut für die Seele bzw. für den eigenen Seelenfrieden? Ich weiß es nicht.

 

Dazu mal ein Lied das zum Nachdenken anregt:

 

ALKOHOL – Herbert Grönemeyer

Alkohol ist der Sanitäter in der Not, Alkohol ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot, Alkohol ist das Drahtseil auf dem Du stehst, Alkohol ist das Schiff mit dem Du untergehst… ” Diese Zeilen sang Herbert Grönemeyer bereits 1984. Als Jugendlicher hab ich diesen Liedtext bestimmt ganz anders interpretiert als jetzt. Da war das für mich eine Hymne, die wir sehr oft mitsangen.

Jetzt versteh ich diese Zeilen natürlich ganz anders:

Ist Alkohol ein Sanitäter in der Not?? JEIN – JA, weils man dadurch auch Sachen für eine Zeit vergessen kann. NEIN, weil die Probleme ja weiterhin bestehen.

Alkohol ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot!?!? Auch JEIN! JA – weil manche denken, es hilft ihnen vermeintlich zu vergessen, dass ist aber nur kurzfristig und nicht von Dauer (darin das NEIN)!

Alkohol ist das Drahtseil auf dem Du stehst!! – Das stimmt sicher, aber links und rechts von dir geht es weit bergab!! Daher ist das auch als Balanceakt zu verstehn und damit der Umgang mit Alkohol gemeint. Alles mit Maß und Ziel.

Alkohol ist das Schiff mit dem Du untergehst!! – Nicht unbedingt, aber in Maßen macht Alkohol natürlich abhängig! Gehört ja auch zu den Drogen! Aber eben zu den Legalen. Wobei ich aber denke, dass auch Alkohol Menschen zugrunde richtet und vielleicht auch schlimmer als so manch andere Droge.

 

Ist natürlich ein THEMA das zum Nachdenken anregt. Alkoholmissbrauch ist natürlich sehr schlimm, aber sicher auch Ansichtssache.

 

Als Krebspatient “sollte” man natürlich so wenig ALKOHOL wie möglich trinken oder am Besten gar  NICHTs konsumieren! Zumindest nicht, wenn man wieder gesund werden will!! Ist ja auch irgendwie logisch! 🙂

 

Ich möchte aber auch dazu sagen, dass hie und da ein- oder zwei Gläschen sicher nicht schaden werden, sicher auch drei nicht! Ärzte raten ja auch zu einem Schlückchen Rotwein jeden Tag, natürlich nur in geringen Mengen. Weiß ja eh Jeder. Und Psychologen sagen, bei einem Glas Wein pro Tag ist man Alkoholiker. Das sehe ich etwas anders, aber bitte.

Raucher wissen auch haargenau, dass Zigaretten schädlich sind und rauchen trotzdem. Davon kann man ja auch Lungenkrebs bekommen. Oder eben auch nicht. Mein Taufpate hat Lungenkrebs und hat sein Leben lang nicht geraucht…. Daher denke ich, dass bei Krebserkrankungen viele Faktoren zusammenhängen.

Gesund leben, beten, Sport, usw… all das kann man zur Genüge machen und dann trotzdem an Krebs erkranken. Pech oder auch Schicksal… kann man sich aussuchen. Aber darüber will ich mir eigentlich gar nicht den Kopf zerbrechen, dass macht nur im Kopf wirr. Und Antwort bekommt man eh nie drauf, da auch die besten Ärzte und Professoren es nicht sagen können, woher es stammt. Damit muss man eben leben und das Beste daraus machen.

Manche suchen daher ja Zuflucht im Alkohol. Ja, ich geb es zu, hab auch ich schon getan und werd ich wahrscheinlich irgendwann wieder tun. Es hilft zu vergessen, zumindest für kurze Zeit. Aber ist das Alkoholmissbrauch? Ich denke nicht! Man fühlt sich eine Zeit lang besser und man vergisst. Ist vielleicht zeitweise nicht so schlecht. Ist meine persönliche Meinung!

 

Ist aber auf jeden Fall kein Aufruf zu Alkoholmissbrauch!!! Keine Macht den Drogen!! Egal ob legal oder illegal!!!

 

Auch klar ist, wenn man Medikamente nimmt, sollte man natürlich auch KEINEN ALKOHOL trinken. Das hebt die Wirkung der Medikamente auf bzw. verstärkt auch die des Alkohols.

ICH persönlich werd sicher weiter hie- und da ein Tröpfchen edlen Rebensaftes kosten oder vielleicht auch Mal ein- oder zwei Bierchen beim Wirten meines Vertrauens. Und es kann natürlich auch vorkommen, dass ich mal auch etwas über meinen Durst trinke, aber dass ist dann ganz sicher mein Problem (wenns mir davon schlecht geht) und nicht das der Öffentlichkeit, die ja nur sieht, wenn man was getrunken hat und nicht wenn man durstig ist. 😉 Kommt aber bei mir wirklich sehr, sehr selten vor und ich versuche Alkohol, so gut es geht, zu vermeiden. Gelingt mir aber nicht immer. Ehrlich gesagt ist mir aber auch egal, was dann irgendjemand über mich denkt oder über mich schimpft. Das ist ganz allein meine Privatsache und mein Leben! Aber ich muss zugeben, es hilft hie- und da auch ein bisschen, mir zumindest. Egal ob das jetzt Jemand versteht oder nicht.

Persönlich haben mir meine Ärzte bzw. Professoren NIE verboten ALKOHOL zu konsumieren, aber ich bin ja erwachsen genug, dass ich damit umgehen kann.

Wie auch immer ICH das handhabe, dass muss einfach ein JEDE/R für sich selbst entscheiden. Ich würde aber davon abraten! Zumindest und nicht nur, wenn man keinen Alkohol gewohnt ist. Aber ich versteh es ehrlich gesagt auch, wenn man bei solchen Diagnosen zur Flasche greift. Ist glaube, dass ist schon menschlich, auch wenn es nicht hilft. Aber wie halt Jeder möchte. Ist auf jeden Fall ein heikles Thema und man könnte da noch ewig weiterdiskutieren.

 

Daher sag ich nur PROST und alles Liebe!!!

 

Werner M. ACHS

Kurvenkratzer-InfluCancer