WELTKREBSTAG – (K)ein Tag wie jeder Andere?!? Werner Achs – Leben mit seltenem Krebs

WELTKREBSTAG - 4. Februar


Ich habe bewusst nicht direkt am 4. Februar gebloggt, da dass weltweite Netz ja sowieso voll von Berichten, Posts und so weiter war. Irgendwie ja auch logisch. Und das natürlich über die verschiedensten, krebsbezogenen Themen. Was ich auch gut und richtig finde. 
Ich schreibe heute mal wieder, da ich noch immer an den Nachwehen meiner Kehlkopfentzündung laboriere und meine Stimme noch nicht  wirklich die Beste ist. Und bevor ich hier was reinkrächze, schreib ich doch lieber. Worüber? Tja, ich möchte euch mal schreiben, was fürmich so ein Weltkrebstag bedeutet.

Bedeutung des Weltkrebstages... für mich persönlich!

Natürlich macht man sich Gedanken, was so ein Tag in Einem bewirkt. 
Klar stimmt er nachdenklich. So wird es sicher jedem Betroffenen gehen. Und ganz sicher auch Angehörigen, die sich ja meist noch mehr Sorgen machen, als Krebskranke selbst. Man denkt über sich selbst nach oder  aber auch über alle anderen Betroffenen, die so ein schweres Los mit sich herumtragen. Laut österr. Krebshilfe sind ja in Österreich 400.000 Menschen bei einer grob geschätzten Einwohnerzahl von 9.000.000 an diversen Krebsarten erkrankt. Dabei Brustkrebs bei Frauen und bei Männern der Prostatakrebs die unumschränkte Nummer 1. Aber schon allein die Zahl 400.000 ist ein Wahnsinn. Klar könnte man das jetzt noch in Bundesländer unterteilen aber das macht es meiner Meinung nur noch schrecklicher. WELTKREBSTAG ist auf jeden Fall ein durchaus besonderer Tag. Ob jetzt in negativer oder positiver Form muss natürlich Jede/r für sich selbst entscheiden. 

Ursachenforschung am Weltkrebstag? Ein bisschen... ;-)

Da ich mich bereits seit 2015 ja wirklich sehr viel mit Krebs beschäftige habe ich ja auch ein bisschen Ahnung und Erfahrung damit.Leider muss man halt sagen. Ich hab mich echt nicht darum gerissen und ich will hier auch nicht gerade Ursachenforschung treiben, da es eh nicht wirklich was bringt und sowieso nicht nachgewiesen werden kann. OK, eine Zeit dachte ich es könnte irgendwie von meinem Lebenswandel stammen. Ungesunde Ernährung, Alkohol, Stress, da würde es jetzt einige Faktoren geben die ich aufzählen könnte, die möglicherweise mitgespielt hätten oder vielleicht haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mir der Stress in der Arbeit nicht gut getan hat. Ich war NUR an meinem Dienstort immer hochrot am Kopf und immer NUR dort und nirgendwo anders. Das war natürlich schon etwas komisch.Und das kam vom Stress. Stress den ich mir auch selbst machte, da ichimmer alles in Ordnung und zur vollsten Zufriedenheit erledigen wollte und auch habe. Aber wie es so ist, wenn man brav arbeitet... Man bekommt immer mehr und mehr aufs Auge gedrückt. In meinem Fall war esdas Haustelefon, wo ein Jede/r anrief. Klar, war es auch mal ruhiger aber im Großen und Ganzen war es doch das Telefon dass mich am meisten stresste. Überhaupt wenn böse Parteien anriefen und die lieben KollegInnen nie abhoben, weil diese mit ihnen oder unseren Vorgesetzten wirklich arg schimpften. Das wär hier nicht druckreif!! Und wenn die anriefen und Niemand hob ab, kamen die Telefonate wiederzu mir retour und ich bekam das Fett ab. Und auch das ging mir natürlich zeitweise sehr nahe, unbestritten, da ich eben auch ein sehr sensibler, laut eines Testes sogar zu hochsensiblen Personen zähle. Aber genug davon, ich schweife leider sehr oft ab. ;-) Seit ca. 1 Monat bin ich mir aber jetzt ganz sicher, dass es nicht mein nicht ganz so gesunder Lebenswandel war, dem ich diese zwei 
Krebsarten verdanke, was ja einige Ex-Kolleginnen glauben zu wissen. Das ist aber eine andere Geschichte und hat mit meinem heutigen ThemaWELTKREBSTAG nicht so viel zu tun, daher lass ich das jetzt auch.


Für mich ist ein jeder Tag ein WELTKREBSTAG ! ! !

Eben weil ich mich jeden Tag auch mit Krebs beschäftige. Ich kann dasnicht einfach ausblenden, dass funktioniert einfach nicht. Hat mir unlängst erst auch ein Freund geraten, der auch selbst krankheitsbedingte Probleme hat. Zwar keinen Krebs aber eben andere gesundheitliche Sorgen. Und zu Ebendiesen habe ich ihn dann auch gefragt, ob er dass so einfach ausblenden könne. Konnte er natürlich nicht, da es auch bei ihm jeden Tag allgegenwärtig ist und er es auch immer vor Augen hat. Genauso geht es mir mit dem Krebs. Ist halt da und wird mich ein Leben lang begleiten. Ist halt so.


Es bleibt natürlich auch eine gewisse Frage der Angst

Ich hatte ja einen doppelt schlimmen Rückfall 2018 und ich hab Beide (wieder) besiegt und in den Arsch getreten. Ich weiß nicht ob es bei mir Angst (siehe den tollen Beitrag von Kurvenkratzer-Kollege Alexander Greiner) ist, dass denk ich eigentlich nicht, aber die Erfahrung lehrte mich nicht wirklich Gutes und daher bin ich mir auch ziemlich sicher, auch wenn das jetzt meine Psychotherapeutin nicht gerne hört oder liest, dass "Es" (hab keine Namen vergeben) wieder zurückkommt. Das ist bei mir immer präsent und lässt sich nicht einfach ausblenden.das ist halt irgendwie ein Teil von mir an den ich täglich erinnert werde und dem ich täglich ins Auge blicke. Aber mir ist das sch... egal, auch wenn es geheißen hat Eines kommt immer wieder und das Andere ist bis dato unheilbar. Daher muss es ja irgendwann zurückkommen. Klar, ich bin derzeit seit ungefähr Juli letzten Jahres in einem Zustand, der einer Remission am Ähnlichsten kommt (so steht es E-Journal meiner Professorin) und sie meinte, dass läuft nicht bei Vielen so super wie bei mir aber eben durch dass ich bereits 2mal erkrankt bin und es beim 2Mal noch bisschen schlimmer zurückgekommen ist, ist das bei mir immer allgegenwärtig. Aber pfeif drauf, ich bin noch jung und tatenfreudig. Mein Leben ist zwar nicht mehr so ganz wie früher aber ich leb mein Leben, so wie es eben jetzt ist. Ich bring mal meine 3 Zyklen Erhaltungstherapie zu Ende, werde dann mind.1mal im Monat damit weiter machen müssen und auch die teuren Revlimid Tabletten (21 Stück um ca. 9.000 €) weiterschlucken müssen, sicher noch sehr lange aber egal. Ich werde damit leben sowie auch mit den Tabletten- oder Chemo-Nebenwirkungen, die ich hab. Ich geh aufrecht durchs Leben und möchte in Krebssachen so vielen wie möglich helfen und auch Mut machen, genau wie du! Wir brauchen keine Angst haben auch wenn es wieder retour kommt!! Unsere Medizin ist echt top und wir können uns glücklich schätzen in einem Land wie Österreich zu sein.

Ich bin KEIN FIGHTER ! ! !

Ich bin weder ein Kämpfer noch sonst irgendwas aber ich hab eine wirklich tolle Professorin und einen Engel vom Dienst (im AKH) und dort bestens aufgehoben. Aber ich bin ein ganz normaler Mensch, genauso wie jeder Andere auch!! Und die Angst schieben wir einfach beiseite auch wenn es sicher nicht für Jeden einfach ist!! 
There is no place for fear!!! Ich bin ein Kurvenkratzer!!! Und sollte der blöde Krebs wirklich wieder retour kommen, hab ich super Ärzte!! :-) Und Denen vertraue ich vollkommen, da brauch ich auch keine Alternativheilmedizin oder sonst etwas !! 

Und natürlich gibt es noch einige Gründe mehr, warum für mich jeder 
Tag ein Weltkrebstag ist.

Zum Beispiel werde ich fast täglich über meinen Facebook-Blog "WernerACHS - Leben mit seltenem Krebs" von Betroffenen aber auch von Angehörigen angeschrieben, die mich zBsp so fragen wie es bei mir so gelaufen ist, welche Therapien ich mache bzw. hatte oder welche Rehabilitationszentren ich empfehlen kann. Oder welche Anträge wie zBsp einen Behindertenausweis man stellen kann und wo. Manche schreiben mir auch einfach so und fragen wie es mir geht dabei. Das freut mich auch total und das find ich auch wirklich ganz toll. 

SCHATTENSEITEN gehören leider auch dazu!

Und natürlich gibt es Schattenseiten meines Blogs. Ich bin natürlich KEIN Psychologe und möchte den oder die auch ganz gewiss nicht ersetzen und das kann ich auch gar nicht. Aber Einige denken sich das und berichten mir dann von ihren Sorgen, die aber wenig mit Krebs zu tun haben. Ich hör mir das natürlich auch eine Zeit an aber das raubt mir dann aber leider wieder viel Zeit, mich mit wirklichen Problemen anderer Betroffenen zu widmen. Und dann komm ich wieder in Stress und den kann ich echt nicht gebrauchen. Das schlägt sich dann wieder auf meine Gesundheit. Und wenn mich dann Jemand nervt und meint immer alles bei mir, sei es mit Smiles, Daumen hoch oder sonstigen eher nicht so witzigen Sprüchen, kommentieren zu müssen, dann sage ich das auch beinhart. Das muss ich auch, sonst nimmt das kein Ende und kostet mich eben wichtige Zeit für Andere und mich selbst auch sehr Kraft. Ich weiß nicht ob das Jemand versteht, ist aber manchmal so. Wenn es Krebsbezogen ist, passt es eh, aber sonst ist es leider für mich nur sehr mühsam. Aber ich bin natürlich Keinem wirklich böse aber es könnt schon passieren, dass ich dann wen sperre. ;-)

Aber ich helfe natürlich sehr gerne, wo ich es auch kann und wenn ich
es nicht kann, verweise ich natürlich auf echte Experten, die ich persönlich kenne und dabei kenne ja doch Einige. ;-) Aber es freut mich auf jeden Fall wenn ich Jemanden helfen kann. Ich bin halt so. 

Und daher ist für mich ein jeder Tag ein WELTKREBSTAG. 

HEUTE, MORGEN und auch ÜBERMORGEN !! IMMER !! Und das wird so bleiben
solange ich halt lebe. Und daher werde ich weiterhin in Facebook auf "Werner Achs - Leben mit seltenem Krebs" posten, ein Buch über meine Krebsgeschichte schreiben um Menschen zu helfen (bereits in Arbeit) 
und natürlich hier auf "InfluCancer - Kurvenkratzer" weiterhin mein Wissen kundtun um Anderen zu helfen. An Kongressen teilnehmen, mich weiterbilden und natürlich weiterhin auch meine Selbsthilfegruppe in Eisenstadt "Im HEUTE leben" besuchen. 

WELTKREBSTAG ist also für mich jeden TAG und das passt schon so!!

Für mich, für Euch und auch für Andere!!!

Alles Liebe 
euer 
WERNER M. ACHS
InfluCancer - KURVENKRATZER