Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at

Im Schweiße meines Angesichts – Werner Achs – Leben mit seltenem Krebs

Im Schweiße des Angesichts...
Moses 3,19
Im Schweiße meines Angesichts – Werner Achs – Leben mit seltenem Krebs

Dieser Ausdruck geht auf das 1. Buch Moses 3,19 LUT zurück,[1][2] wo nach dem Sündenfall Adam von Gott bestimmt wird:[1] „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen,[…]“.[3] Die ersten Worte dieser Bibelstelle, die dem Menschen verkündet, dass er sich seinen Lebensunterhalt durch harte Arbeit verdienen muss, werden heute ganz allgemein auf ein anstrengendes, mühevolles Tun bezogen.[1]

Quelle: Wiktionary

Warum zitiere ich diese Worte?

Weil es mir schon monatelang so geht… Zumindest mit dem Schweiß und auch der Anstrengung!

Ja, ich weiß, wenn man mich so sieht, glaubt man das kaum. Die geringste Tätigkeit bereitet mir schon Mühe auch wenn ich mir das nicht so ansehen lasse. Ich möchte ja keine Hilfe und ich will alles allein bzw. selber schaffen, aus eigener Kraft.  Was mir momentan auch einige Schmerzen bereitet. Irgendwas ist mit meiner rechten Hand. Die tut mir schon einige Wochen lange weh. Natürlich nicht so, dass ich vor lauter Schmerzen aufschreie, nein. Irgendwie wie wenn ich mir einen Muskel oder eine Sehne gerissen hätte. Es hat mit einem Stechen in der Armbeuge angefangen. Da dachte ich, dass kommt bestimmt davon, dass ich dauernd das Handy in der Hand habe und dadurch den Arm ständig abwinkle. Kann ja sein bzw. ist ja durchaus möglich. Aber irgendwie hat sich das dann jetzt weiter raufgezogen bis in den rechten Oberarm bzw. schon zur Schulter. Und jetzt bilde ich mir auch schon ein, dass das Stechen auch im linken Arm begonnen hat. Aber erst so zwei- bis dreimal. Wollte ja auch eigentlich schon zu meinem Sportmasseur aber blöderweise hat er sich einen Nerv eingeklemmt und kann selbst nicht laufen bzw. gehen. Gute Besserung, Thomas an dieser Stelle!! Es ist aber zum Aushalten also warte ich noch etwas, bin ja ein Indianer (kennt keinen Schmerz). 😉

Für mich ist jede körperliche Tätigkeit schon eine große Anstrengung. Man merkt es bei mir auch dadurch, dass ich wirklich schnell zu schwitzen beginne. Daher heute mein Headliner “Im Schweiße meines Angesichts…“.

Körperliche Tätigkeit bzw. auch Bewegung. Jetzt nicht wenn ich im Haus rumgehe oder zum Einkaufen bin. Aber wenn ich mehrere Gegenstände hin- und herschleppe (wenn ich beim Zusammenräumen bin) beginne ich voll zu schwitzen. Das ist echt arg. Oder gestern hat mir ein Freund zBsp Mineralwasser und Orangensaft (in größerer Menge) mit bestellt und die habe ich dann in mein Auto verladen. In weiterer Folge lief mir nur so der Schweiß von der Stirn und ich begann auch am Oberkörper zu schwitzen. Und das hat jetzt ganz bestimmt nichts mit dem Alter zu tun. Klar, früher hätte ich links und rechts eine Kiste so nebenbei mitgetragen. Jetzt leider nicht mehr möglich. Bin schon froh, wenn ich eine Kiste schleppen kann. Und da rinnt mir gleich der Schweiß wie ein Wasserfall runter. Also bei meinen Wanderungen, wo ich ja mehr als genug Bewegung habe, war das auch schon immer so. Da hatte ich immer mehrere T-Shirts oder Pullover mit, weil ich da immer so durchnässt war. Ist ja auch nicht gut, wenns etwas kälter ist und man mit nassem Pulli oder Leiberl rumrennt. Da hat man eine Erkältung schneller am Hals als man schauen kann. Und bei meinem Immunsystem ist das ja doch etwas heikel.

Ich hab mir immer gedacht, dass kann ja nicht normal sein und bei meiner letzten Besprechung im AKH in Wien hab ich auch meine Professorin darauf angesprochen.

Nebenwirkung von den vielen Tabletten, die du einnimmst” lautete ihre Antwort! Ja, dass machte Sinn für mich.

Zum Glück hab ich das Schwitzen nicht in der Nacht bzw. schwitze nicht mein Bett voll. Da würden nämlich schon mal wieder die Alarmglocken schrillen. Ist unter anderem wie zBsp sehr schneller Gewichtsverlust ein Alarmzeichen für Krebs bzw. das der Krebs zurückkommen würde. Wobei ich aber sagen muss, dass ich nie wirklich Gewichtsverlust hatte. Weder beim Morbus Castleman (meine seltene Lymphdrüsenkrebsgeschichte) noch beim Multiplem Myelom (Blutkrebs). Ich muss auch noch dazusagen, dass ich vor der Stammzelltransplantation (29.7.2019) nie so arg bzw. so leicht wie jetzt geschwitzt habe bei normalen Tätigkeiten oder etwas Sport. Das ist erst danach gekommen. Und obwohl ich die Medikamente ja eigentlich auch schon davor genommen hab. Keine Ahnung warum.

Aber um nochmal auf Gott zurückzukommen, seine Wege sind ja bekanntlich unergründlich. Und das ist anscheinend auch einer davon. Aber gut, ich kann es natürlich nicht ändern und muss damit leben. Aber ich wollte es auch hier einmal erwähnt haben, damit sich manche Betroffene nicht auch so wundern wie ich. Also sollte es normal sein auch wenn es gerade nicht so heiß ist.

Und was ich damit bzw. eigentlich sagen möchte, es hat seinen Grund (!!) warum man bei Krebs auch so lange krankgeschrieben ist bevor man wieder in die Arbeitswelt bzw. sofern man überhaupt in die Arbeitswelt zurückkehren kann.  Man baut natürlich an Kraft ab, nichts – absolut nichts ist, so wie es mal war. Man verletzt sich auch leichter und schneller und alles heilt sehr viel langsamer ab als bei normalen Menschen. Denkt mal darüber nach. Man ist leider kein normaler Mensch mehr auch wenn man es gerne hätte und wie so einer behandelt werden möchte. Manche Dinge gehen nicht mehr so wie man will, dass muss man sich auch manchmal eingestehen. Auch wenn es einem sehr schwer fällt. Und daher ist es für Betroffene auch sehr wichtig Sport, Bewegung und auch Krafttraining zu machen. Auch das fällt aber nicht immer sehr leicht, ganz im Gegenteil, ist sehr schwer sich aufzuraffen und was zu machen. Der “innere Schweinehund” ist auch hier mehr als präsent! Und den gilt es zu überwinden. Und das nicht nur zu einem besseren Wohlbefinden. Ich bin auch daher in meinem Wanderverein, weil ich mich alleine sehr schlecht aufraffen kann. Überhaupt in letzter Zeit. Ich habe auch keine Ahnung woran das wirklich liegt. Und da muss ich auch sagen, hilft einem eine Rehabilitation sehr. Dort muss man, ob man will oder nicht. Und ich bin meinen Wanderkollegen Walter und Martin auch sehr dankbar, wenn sie mich zu einer Wanderung motivieren. Alleine hab ich in den letzten Monaten ja leider überhaupt nichts gemacht. Und Corona spielt da sicher keine Rolle. Alleine durfte man ja unterwegs sein… Aber ich gelobe Besserung und werde mich wieder aufraffen. Auch wegen meiner Triglycerid-, Cholesterin- und Leberwerte, die meiner Professorin ja zuletzt ein Dorn im Auge waren. Meiner Gesundheit zuliebe.

Und die wünsche ich euch auch!!

Alles Liebe

Werner

P.S.: Do sports and enjoy it!!! Und wenns nicht allein geht, geht in ein Fitnesscenter (was ich wieder tun muss und werde), dort werdet ihr motiviert!! Also ab (mit mir) zu Bernhard trainiert!! 😉

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