Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at
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Glioblastom

Bei einem Glioblastom („Glioblastoma multiforme“) handelt es sich um einen sehr bösartigen Hirntumor aus der Gruppe der Gliome. Bei Gliomen handelt es sich um Tumore, die in aller Regel nur im Gehirn entstehen. Die Zellen von einem Glioblastom teilen sich meist sehr rasch, sodass es zu einem schnellen und aggressiven Wachstum kommen kann.

Ein Glioblastom kann an einer oder mehreren Stellen im Gehirn sichtbar sein, da die Tumorzellen unkontrolliert in das gesunde Gehirngewebe hineinwachsen. Dieses Wachstum wird als diffus bzw. infiltrativ bezeichnet.

In Europa erkranken jährlich etwa 3 von 100.000 Menschen an einem Glioblastom. Das Erkrankungsalter liegt meist zwischen 55 und 65 Jahren, kann aber auch ältere oder jüngere Menschen betreffen.

Welche Ursachen für die Erkrankung an einem Glioblastom gibt es?

Risikofaktoren oder Ursachen für die Entstehung von Glioblastomen sind nicht ausreichend bekannt. Ein Risiko, dass Angehörige einer betroffenen Person ebenfalls an einem Glioblastom erkranken, besteht nach dem aktuellen Wissensstand nicht.

Welche Symptome weisen auf einen Glioblastom hin?

Ein Glioblastom kann sich aufgrund der hohen Aggressivität innerhalb weniger Wochen entwickeln. Je nach dem an welcher Stelle im Gehirn sich das Glioblastom befindet, können die Beschwerden ganz unterschiedlich sein. Plötzlich auftretende epileptische Anfälle oder Kopfschmerzen, aber auch Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Schwindelgefühle, Gedächtnisstörungen oder Veränderungen der Persönlichkeit sind typische Beschwerden, die auf einen Glioblastom hinweisen können. Die Symptome können im weiteren Verlauf variieren.

Wie wird ein Glioblastom therapiert?

Zunächst wird in einer Operation, je nach Lage des Glioblastoms, so viel Tumormasse wie möglich operiert. Wichtig ist hierbei der Erhalt der verschiedenen kognitiven und neurologischen Funktionen des Gehirns. Aufgrund des diffusen, infiltrativen Wachstums ist die Wahrscheinlichkeit, den Tumor vollständig zu entfernen eher gering. Daher erfolgt im Anschluss eine zusätzliche Behandlung mit Bestrahlung oder Chemotherapie (CCNU+Temozolomid oder Temozolomid allein). Seit einiger Zeit steht darüber hinaus die Behandlung mittels TTFields (Tumortherapiefelder) zur Verfügung.

Bei der Therapiewahl spielt das molekulare Profil des Tumors (der sogenannte MGMT-Promotor Methylierungsstatus), das Alter und der Zustand der Patient:in eine große Rolle.

Ist die Erkrankung an einem Glioblastom heilbar?

Die Erkrankung an einem Glioblastom ist bislang leider nicht heilbar. In den letzten Jahren ist es allerdings durch intensive Forschung gelungen, den Krankheitsverlauf deutlich positiv zu beeinflussen. Neue Therapieformen, die aktuell in Studien untersucht werden, sollen in Zukunft noch effektivere Therapieoptionen bieten können.

Wie sieht ein Leben mit der Erkrankung Glioblastom aus?

Eine Rehabilitation kann meist schon während einer laufenden Chemotherapie durchgeführt werden. Häufig wird bei Hirntumorpatient:innen die familiäre und psychische Situation in den Vordergrund gestellt. Patient:innen, die lieber in der häuslichen und familiären Umgebung sein möchten, werden nicht um jeden Preis in eine stationäre Reha geschickt.

Nach Abschluss der Tumortherapie folgen in der Regel alle drei Monate Verlaufskontrollen inklusive kernspintomografischer Kontrolle.

Falls die Glioblastomerkrankung als nicht heilbar eingestuft wird, kann eine frühzeitige Integration der Palliativmedizin wichtig und hilfreich sein. Unter Umständen können so weitere aggressive Therapien am Lebensende oder belastende Krankenhausaufenthalte vermieden werden. Mitunter kann sogar die Lebensspanne verlängert werden. Die Palliativmedizin begleitet auch die Familien der Patient:innen während der Erkrankung. Eine palliativmedizinische Betreuung muss jedoch nicht bedeuten, dass alle Behandlungsoptionen bereits ausgeschöpft sind. Zunehmend wird erkannt, dass eine palliativmedizinische Unterstützung bereits ab der Diagnosestellung hilfreich sein kann.

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