Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at
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Lungenkrebs

Lungenkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen. In Deutschland erkranken jährlich 55.000 Menschen an Lungenkrebs. Österreich und die Schweiz zählen jährlich 4.500 bis 5.000 Neuerkrankungen.

Lungenkrebs entsteht vorwiegend in den oberen Bereichen der Lungenflügel. Die Wissenschaft geht davon aus, dass diese Bereiche der Lunge eher schädigenden Substanzen ausgesetzt sind.

An Lungenkrebs erkrankte Menschen stehen häufig einer Stigmatisierung gegenüber. Sie seien selbst schuld, etwa durch Rauchen. Dabei können auch nichtrauchende Menschen an Lungenkrebs erkranken.

Welche Risikofaktoren begünstigen Lungenkrebs?

Rauchen und Passivrauchen gelten nachweislich als Hauptursache für Lungenkrebs. Neun von zehn an Lungenkrebs erkrankte Menschen sind Raucher:innen. Vor allem beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) sind allerdings spezifische Genveränderungen die Ursache für den Krebs. Diese Genschäden werden Treibermutationen genannt.

Ungefähr 3 bis 5 % aller Lungenkrebserkrankungen basieren auf einer Genmutation, die ALK-positiv genannt wird. ALK-positiver Lungenkrebs betrifft zu 50 % Patient:innen die jünger als 50 Jahre sind. Neben ALK- treten auch KRAS- und EGFR-Mutationen häufig auf. Die Kenntnis einer bestimmten Treibermutation kann die Therapie wesentlich beeinflussen. Es ist daher wichtig, die Krebszellen genetisch testen zu lassen.

Die Schadstoffbelastung (z. B. mit Asbest, Cadmium, Chromaten) an bestimmten Arbeitsplätzen kann das Risiko einer Erkrankung an Lungenkrebs erhöhen. Im Bergbau und in der Luftfahrt erhöht die ionisierende Strahlung das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Mit zunehmendem Alter wird Lungenkrebs häufiger diagnostiziert. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren.

Welche Symptome deuten auf Lungenkrebs?

Im Anfangsstadium zeigt Lungenkrebs keine oder eher unklare Symptome. Wirklich bemerkbar macht sich Lungenkrebs häufig erst in einem späteren Stadium der Erkrankung.

Wenn Husten neu einsetzt und lange anhält oder wenn sich chronischer Husten verschlimmert, sollte unbedingt ein:e Ärzt:in aufgesucht werden. Vor allem, wenn die Person raucht. Weitere Symptome können Kurzatmigkeit und Atemnot, Gewichtsverlust, anhaltende Müdigkeit, schleimiger Auswurf (eventuell mit Spuren von Blut) und Schmerzen in der Brust sein.

Ist Lungenkrebs heilbar?

Da die Beschwerden oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium auftreten, wird Lungenkrebs meist spät entdeckt. In vielen Fällen hat der Lungentumor bereits Metastasen gebildet und ist häufig nicht heilbar.

Für Lungentumoren mit Treibermutation (spezifisch feststellbare Veränderungen am Genom) gibt es zielgerichtete Therapien. Diese Medikamente können das Überleben wesentlich verlängern.

Kann das Risiko einer Lungenkrebserkrankung gesenkt werden?

Eine gesunde Lebensweise mit regelmäßigem intensivem Sport soll das Risiko einer Lungenkrebserkrankung senken können. Mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst anzufangen soll nachweislich das Risiko senken bzw. gering halten.

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