Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at
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Chemo-Hilfe-Kurs Teil 3
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Wir packen den Chemo-Koffer

Seite 2/2: Die Packliste für die Chemotherapie in drei Teilen: Was ist immer dabei, was für die ambulante und was für die stationäre Chemo?

In meinen Koffer packe ich …

Klar, wenn du für einige Tage oder Wochen zur Behandlung ins Spital „übersiedelst“ (österreichisch für: Umzug) brauchst du andere Dinge als bei der ambulanten Chemo tagsüber. Deshalb haben wir für das berühmte Kofferpack-Spiel unsere Packliste in drei Teile aufgesplittet.

Unterwasseraufnahme einer Frau in weißem Bikini mit Taucherbril-le und Flossen, die im Meer die Hand nach einem Schwarm schwarzweiß-gestreifter Fische ausstreckt.
Manchmal blödeln wir Kurvenkratzer, deshalb vergleichen wir die Fahrt zur Chemo hier mit dem Urlaub am Meer. Empfehlen wir Taucherbrille und Flossen? Die Antwort steht in der Packliste. (Foto: Inchs/Pexels)

Immer mit von der Partie

  • Ambulanzkarte, Krankenversicherungskarte (E-Card), Personalausweis
  • aktueller Covid-19-Test (PCR-Test innerhalb der jeweils geforderten Gültigkeitsdauer)
  • Info und/oder Orientierungsplan, wo du genau hinmusst in der Klinik (und wann)
  • Mundschutz (wir empfehlen FFP2-Masken) – Desinfektionsmittel gibts im Spital reichlich
  • wichtige BefundeÜberweisung, Impfnachweise, Infos zu Allergien
  • wenn noch nicht ausgefüllt und unterschrieben: Aufklärungsbogen für die Chemotherapie
  • Name und Telefonnummer deines Notfallkontakts
  • Name und Adresse der Ärzt:in oder Therapeut:in, die dich bisher behandelt hat
  • etwas Bargeld, Telefonnummer eines Taxiunternehmens, Taxischein für die Fahrt
  • Mobiltelefon (bitte stummschalten, um andere Patient:innen nicht zu stören – und während einer ambulanten Chemo bitte nicht telefonieren)
  • Notizbuch für Fragen an das ärztliche Team oder die Pflege (auch zwischen den Zyklen aufploppende Fragen notieren) und Kugelschreiber
  • Kopfhörer zum Hören von Musik (evt. machst du deine Lieblingsplaylist offline verfügbar), Hörbüchern oder Podcasts (wir haben übrigens auch einen). Vielleicht kaufst du dir sogar Noise-Cancelling-Kopfhörer?
  • ein Buch, Rätselheft, Strickzeug oder anderes zur stillen Ablenkung und um Wartezeiten zu verkürzen
  • Bonbons, da manche Chemotherapie-Medikamente einen unangenehmen Geschmack im Mund erzeugen, den du damit überdecken kannst
  • Lippenpflege und Handcreme, da es sein kann, dass sich deine Haut trocken anfühlt
  • Mütze und/oder großes Halstuch, um für deine Wohlfühltemperatur zu sorgen (manchen ist bei der Chemo kalt, andere haben Hitzewallungen)
  • Handschuhe und dicke Socken, falls du eine Chemo bekommst, bei der Hände und Füße gekühlt werden, um die Nervenenden zu schonen (vorher abklären)
  • Taschentücher – you never know!
  • Tasche zum Heimtransportieren von Medikamenten, falls du welche erhalten solltest
  • Kuvert, Klarsichtfolie oder Flügelmappe für Rezepte, Befunde, Therapieplan (oder einfach gefaltet ins Notizbuch legen)

Wenn du Tagesgast bist

  • Medikamente, die du untertags nehmen musst (bitte jedenfalls mit dem ärztlichen Team abstimmen)
  • eventuell Ladekabel und Powerbank für dein Mobiltelefon
  • Pullover/Jacke, falls dir beim längeren Sitzen kalt wird
  • je nachdem, ob es gestattet ist: eine Begleitperson (Covid-19-Bestimmungen beachten)
  • Wasserflasche oder Thermosflasche mit warmem Tee, falls du in jedem Fall deine eigenen Getränke konsumieren willst
  • Verpflegung für etwa drei bis sechs Stunden, falls du nicht dort sowieso etwas zu Essen bekommst

Bei längeren Aufenthalten

  • Einweisungsschein für die stationäre Aufnahme
  • Infos zur Zusatzversicherung, privaten Krankenversicherung, Sonderklasse-Versicherung, wenn vorhanden
  • Patientenverfügung oder Vollmachten, soweit bereits erstellt
  • Zahnbürste, Zahnpaste, Gesichtscreme, DuschgelShampoo – brauchst du noch weitere Kosmetika?
  • Liste deiner Medikamente, die du regelmäßig einnimmst
  • diverse Ladekabel für deine elektronischen Geräte
  • auf jeden Fall etwas zum Schreiben mitnehmen. In einem Notizbuch kannst du festhalten, welche Medikamente wann und wie eingenommen werden müssen, wie sich deine Nebenwirkungen entwickeln – sowie deine Fragen an das ärztliche Team.
  • deinen Lieblingspyjama, Ohrstöpsel und eine Schlafmaske
  • angenehme Kleidung für tagsüber (Zwiebelmethode: leichte Kleidung, falls du Hitze verspürst, mehrere Lagen übereinander, falls dir kalt ist) und Hausschuhe
  • etwas sehr Persönliches, einen Glücksbringer, ein Kuschelkissen, eine(n) mutmachende(n) Gegenstand, Brief, Ansichtskarte o. ä.
  • Sportkleidung für leichtes Ausdauertraining am Ergometer, falls auf der Station vorhanden (ein aktivierter Stoffwechsel verbessert die Wirkung der Chemo)
  • deinen Lieblingstee zur Entspannung, z. B. Lavendel, Hopfen, Rosenblüte, Zitronenmelisse, Lindenblüte, Kamille und ganz besonders CBD-Hanf und Passionsblüte (etwaige Wechselwirkungen abklären!)
  • ein entspannendes Duftöl, wie Pfefferminze, Lavendel, Melisse, Rose, Anis, Rosmarin, Ylang Ylang, Geranie, Bergamotte, Fichtennadel, Zirbe (in manchen Bio-Supermärkten, Reformhäusern und Drogerien erhältlich)
  • Gewürze und Kräuter (am besten hochwertig oder aus dem Bio-Supermarkt), um fades Krankenhausessen zu pimpen
  • frische Ingwerknolle (mit einem Teelöffel geschält kleine Stücke kauen gegen Übelkeit)
  • Musik, Hörbücher, Podcasts am Handy gespeichert, falls es im Spital eine schlechte Netzabdeckung gibt
  • ein Kartenspiel, um sich die Zeit auf der Station gemeinsam mit anderen Patient:innen zu vertreiben
  • Pro-Tipp: Packe alles in eine Tasche mit langen und/oder dicken Henkeln, da es sein könnte, dass dir die Hände weh tun – und nimm keinen Rucksack, falls du einen Port erhältst/hast.
  • auf jeden Fall zu Hause lassen: wertvollen Schmuck und viel Bargeld
  • gegebenenfalls eine Yogamatte (eher leichte, entspannende, sanft dehnende Asanas ausführen statt anstrengende und körperlich herausfordernde)
Unterwasseraufnahme einer Frau in blauem Bikini, die mit Taucherbrille und sehr großen Flossen im Meer über ein Riff mit Korallen hinwegtaucht.
Für manche Chemos packst du – im übertragenen Sinn gesprochen – sicher besser die großen Flossen in dein „Urlaubsgepäck“. (Foto: Inchs/Pexels)

Wie geht die entspannte Chemo?

Die Chemotherapie ist ein Höllental? Tja, so drastische Ausdrücke verwenden wir eigentlich nicht, aber dass sie kein Zuckerschlecken ist, wissen wir natürlich (und haben wir zum Teil selbst erlebt).

Was gibt’s bei der Chemotherapie über die Packliste hinaus zu beachten? Und: Wie gelingt dir die stressfreie Chemo? Das liest du im vierten und letzten Teil unseres Chemo-Hilfe-Kurses.

Der Chemo-Hilfe-Kurs von Kurvenkratzer

In jedem Beitrag findest du mindestens eine Checkliste zum Download (zu deiner freien Verwendung).

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Über die Serie

Eine Krebsdiagnose schlägt wie ein riesiger Meteorit in das Leben von Betroffenen und Angehörigen ein. Wer damit konfrontiert wird, weiß im ersten Moment nicht, wie mit der neuen Situation umzugehen ist. Das ist komplett normal. Bisher schien alles so toll in geradlinigen Bahnen zu verlaufen. Nun sind vom einen auf den anderen Tag die Prioritäten total verschoben.

Kurvenkratzer reicht dir mit dieser Checklisten-Serie Tipps für die Bewältigung des Schocks. Wir haben praxiserprobte Hilfestellungen für die häufigsten Situationen während einer Krebserkrankung für dich auf Lager – vom medizinischen Gespräch bei der Diagnosestellung bis zum Reha-Aufenthalt in der Nachsorgephase. Und wir geben Impulse, wie dir ein achtsamer Umgang mit der Erkrankung gelingt.

Bitte beachte: Krebs ist höchst individuell. Die auf diesen Seiten enthaltenen Informationen stellen keine verbindliche und vollumfängliche medizinische Auskunft dar. Bitte berate dich betreffend deiner Therapieentscheidung jedenfalls mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Kurvenkratzer übernimmt keine Haftung für Fehlbehandlungen.

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