Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at
Ist die Diagnose gesichert?

Gezielt informieren nach der Diagnose von Krebs

Nicht nur Digital Natives suchen nach einer Krebsdiagnose medizinischen Rat aus dem Internet. Mit diesen fünf Tipps reduzierst du die Gefahr, Falschinformationen auf den Leim zu gehen.

Wer kennt das nicht: Wenn der Körper schmerzt oder komische Symptome auftreten wird sofort Dr. Google befragt. Genauso bei einer Krebsdiagnose. Dies birgt aber viele Gefahren. Kurvenkratzer gibt dir einige Impulse an die Hand, die bei der Recherche und dem Einholen von Zweitmeinungen helfen, falls bei dir oder einer*einem Angehörigen Krebs diagnostiziert wurde.

Dieser Artikel ist übrigens Teil einer Serie von Checklisten für die häufigsten Situationen einer Krebserkrankung – vom medizinischen Gespräch bis zum Reha-Aufenthalt. Der bereits erschienene Teil 1 zeigt dir, wie du sicher durch die Zeit zwischen Erstuntersuchung, Diagnosestellung und Befundungsphase kommst.

Ärztin tastet Puls bei Patient (Foto: Pexels/Bongkarn Thanyakij)
Mit einer Vertrauensärztin bzw. einem Vertrauensarzt musst du nicht wegen jedes kleinsten Problems in die Ambulanz der Klinik. Foto: Pexels/Bongkarn Thanyakij

1. Lass dich unter keinen Umständen von irgendjemandem verunsichern und suche dir eine medizinische Vertrauensperson

Was man nach der Diagnose von Krebs ständig hört: Tu dieses! Lass jenes! Hast du etwa nicht …? Hast du schon von … gehört? Du bist selbst schuld! Oder ähnlichen Humbug. Kurvenkratzer wissen: Lass dich nicht verunsichern. Von niemandem und zu keiner Zeit. Du hast die Krankheit – nicht die anderen, die dich mit besserwisserischen Ratschlägen bewerfen.

Zweitmeinungen zu Diagnosen und geplanten Therapien einzuholen bedeutet auch, ein Team zusammenzustellen, das dich betreut. Dazu gehören nicht nur Familie, Freund*innen und das Spital oder die Klinik, sondern auch Ärztinnen und Ärzte, denen du persönlich vertraust. Sie tragen wesentlich dazu bei, deine optimale Versorgung zu gewährleisten und Behandlungsfehler zu vermeiden.

Wenn du keine medizinische Vertrauensperson im Bekanntenkreis findest, versuche es bei deiner Hausärztin bzw. deinem Hausarzt. Viele Allgemeinmediziner*innen verfügen über langjährige Erfahrung mit Krebserkrankungen und unterstützen dich zusätzlich komplementärmedizinisch (siehe Tipp 3).

2. Dr. Google weiß immer eine Antwort, hat aber nie studiert

Symptome oder Diagnose ins Suchfeld eingeben und dem Rat von Doktor Google vertrauen? Das machen wir doch alle. Okay, es gibt auch jene, die sich nach der Krebsdiagnose selbst einem Googleverbot unterwerfen. Für alle anderen gilt: Vertraue niemals, was du im Internet liest, wenn es sich um eine ungeprüfte Quelle handelt.

Im Zweifel wirf einen Blick ins Impressum der Website. Sind die dort angeführten Daten zu Medieninhaberschaft und Herausgeber*in vertrauenserweckend? Wenn nicht (oder wenn das Impressum gar fehlt), dann sofort den Tab schließen! Vertraue einzig qualitätsgesicherten und evidenzbasierten Inhalten.

Schwarzes Tablet mit Google-Suchfeld am Bildschirm (Foto: Pexels/Photomix Company)
Es braucht Erfahrung, um Suchergebnisse zu verstehen und korrekte von falschen Informationen unterscheiden zu können. Foto: Pexels/Photomix Company

3. Komplementärmedizinische von alternativen Therapien unterscheiden

Was du gleich am Anfang deiner Karriere als Krebspatient*in wissen solltest: Neben schulmedizinischen gibt es auch komplementärmedizinische und alternativmedizinische Therapien. Auf die Unterscheidung und Kombination kommt es aber an!

  1. Wissenschaftlich orientierte Medizin (Schulmedizin) bezeichnet die allgemein anerkannte evidenzbasierte Medizin als Wissenschaft.
  2. Komplementäre Medizin umfasst alle ergänzenden Behandlungsmethoden, die nicht zur Gänze wissenschaftlich begründet sein müssen.
  3. Mit alternativer Medizin sind alle Methoden gemeint, die statt einer wissenschaftlich basierten Medizin angewendet werden.

Komplementärmedizinische Therapien entstammen der Naturheilkunde, Entspannungstechniken, Körpertherapieverfahren, Osteopathie und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Wir von Kurvenkratzer halten viel davon, ergänzend zur Schulmedizin zu behandeln, aber raten ab, eine Krebserkrankung ausschließlich alternativmedizinisch bekämpfen zu wollen.

Auf der nächsten Seite geht es zu den Tipps 4 und 5.

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