Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at
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Meine Bucket List #5 – Angst und Endlichkeit
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Meine Bucket List als Angstnehmerin

Ganz klar: Eine Bucket-List falsch angewendet, kann besonders im metastasierten Setting auch nach hinten losgehen. Zu mehr Stress führen, zu mehr Frustration. Wir zeigen, welche Varianten für Patient:innen trotzdem Sinn machen, und wie sie sogar helfen können, mit Angst umzugehen.

Diagnose: metastasierter Brustkrebs. Ein Schock. Die Therapien fangen an, die Angst bleibt. Was dann hilft? Sich Tag für Tag Miniziele setzen, sich belohnen, kleine Erfolgserlebnisse feiern, jeden Tag genießen und zum schönsten Tag seit langem machen.

Natürlich nicht an den Tagen, an denen man sich wie ein zerdrücktes kleines Keks fühlt, sondern an solchen, wo man die Kraft dafür aufbringen kann. Denn das Hauptziel bei der Behandlung von metastasiertem Brustkrebs ist die Lebensqualität so gut es geht zu erhalten und Schmerzen zu lindern.

Der Wegweiser durch das Leben mit metastasiertem Brustkrebs

Mit einer metastasierten Brustkrebserkrankung beginnt ein neuer Lebensabschnitt, begleitet von viel neuer Information und Angst. Wie damit umgehen? Wie zur Ruhe kommen? In einem gemeinsamen Projekt mit MSD haben wir eine Art Landkarte für dich entwickelt, die dich durch diesen Prozess begleitet. Eine Möglichkeit ist in das Hier und Jetzt zu kommen und einen Schritt nach dem anderen zu machen.

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Wie lange habe ich noch zu leben?“, „Wie soll ich mein Leben jetzt gestalten?“, „Habe ich noch Zeit, meine Wünsche zu erfüllen?“. Fragen, die unmittelbar nach der Diagnose durch den Kopf schwirren. Zu Recht! Eine Bucket List mit hunderten von Wünschen, Plänen und Zielen kann dann eher Stress und Überforderung, anstatt Freude und Zufriedenheit auslösen.

Das System einer Bucket List ist dir vermutlich bereits bekannt, welche Löffelliste bei einer metastasierten Brustkrebsdiagnose sinnvoll ist, erfährst du jetzt.

Kopftimismus Frau Verdeckt Gesicht Mit Haenden Sw Pexels Leticia Curvelo
Die Angst kann uns lähmen - aber wenn wir wissen, wie wir mit ihr umgehen müssen, können wir sie als Begleiterin akzeptieren. Wir zeigen dir, wie das geht. Foto: Pexels/Leticia Curvelo

Eine Bucket List gegen die Angst

Reverse Bucket List

Diese Bucket-List-Variation haben wir bereits im ersten Artikel unserer Serie erwähnt. Wie schon der Name sagt, funktioniert diese rückwärts. Du schreibst nicht auf, wohin du gerne als nächstes reisen möchtest, sondern welche Länder und Städte dieser Welt du bereits bereist hast. Besonders im metastasierten Stadium kann dir diese Methode helfen, dich an schöne Ereignisse zu erinnern und dir zeigen, wie mutig, selbstständig und stark du bereits in der Vergangenheit warst, bist und auch wieder sein kannst.

„Step by Step“ Bucket List

Schritt für Schritt zum nächsten kleinen Ziel. Das ist der Sinn einer Ziele-Bucket-List. Eine Liste mit kurzfristigen, kleinen Zielen, die als metastasierte:r Brustkrebs Patient:in leicht umzusetzen und zu erreichen sind. Du kannst dir jede Woche oder sogar jeden Tag eine neue Liste mit kurzfristigen Zielen und Wünschen erstellen, damit du regelmäßig eine dieser Listen „abschließen“ kannst.

Hier ein paar Beispiele:

  • Jeden Tag in der Früh meditieren
  • Der Angst keinen Raum geben, sondern Platz für andere Gedanken machen
  • Täglich 30 Minuten spazieren gehen
  • Einen Tagesausflug machen
  • Mithilfe einer täglichen Atemübung die Angst wegatmen. Denn mit Sauerstoff lösen sich Stresshormone.
  • Täglich einen neuen Song in die Spotify-Playlist zur aktuellen bzw. gewünschten Gefühlslage hinzufügen

Auf der nächsten Seite findest du weitere Bucket List Varianten und Tipps, was du selbst gegen die Angst tun kannst.

Über die Serie

„Löffelliste“, „Bucket List“ oder die „Was will ich noch erleben-Liste“. Sozusagen der Einkaufszettel für das 5-Sterne-Plus Menü des Lebens. Allerdings nicht nach dem Motto: „man lebt nur einmal“ sondern „man stirbt nur einmal“. Es geht nicht um den Zwang, so viele Dinge wie möglich zu erleben bevor man stirbt, sondern vielmehr darum, Wünsche zu formulieren und ihnen nachzugehen, bewusst zu leben, sich einen Schubs zu geben, sich zu trauen Neues auszuprobieren, das Leben neu zu ordnen, Ziele zu finden, sich neue Inspirationen zu holen und vor Allem ins Hier und Jetzt zu kommen. Was ist meine Motivation, was mein größter Wunsch, was meine größte Angst?

Vom leeren Blatt Papier bis hin zum fertigen individuellen Rezept fürs Leben: in unserer neuen Bucket List-Serie geben wir dir in abwechslungsreichen Artikeln Input, wie du das alles mithilfe einer Bucket-List umsetzen kannst  und warum du gerade bei Krebs eine derartige Liste führen solltest.

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