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Diagnose: Krebs – und was nun?

Sieben Tipps, um sicher durch die Krebsdiagnose zu kommen

Eine überraschende Krebsdiagnose ändert auf einen Schlag das ganze Leben. Diese sieben Tipps holen dich aus dem Chaos zwischen Erstuntersuchung, Diagnosestellung und Befundungsphase.

Wie ein Meteorit schlägt eine Krebsdiagnose in das Leben ein. Wer damit konfrontiert wird, weiß oft nicht, wie mit dieser neuen Situation umzugehen ist. Alles schien in gewissen Bahnen zu verlaufen, auf denen mehr oder weniger kontrolliert von Haltestelle zu Haltestelle gesteuert wurde. Aber plötzlich verschieben sich vom einen auf den anderen Tag die Prioritäten.

Kurvenkratzer wagt es, dir mit dieser siebenstufigen Checkliste einige Tipps für die Handhabung des Notfalls zu reichen, wenn bei dir oder einer*einem Angehörigen vor unmittelbarer Zeit Krebs diagnostiziert wurde. Übrigens ist dies der Start einer Serie von Hilfestellungen für die häufigsten Situationen während einer Krebserkrankung – vom medizinischen Gespräch bis zum Reha-Aufenthalt.

Frau in schwarzweißer Dreifachbelichtung mit verwirrtem Eindruck (Foto: Pexels/Nicolette Attree)
Nicht wissen, wo einem der Kopf steht. Das ist nach einer Krebsdiagnose vollkommen normal. Foto: Pexels/Nicolette Attree

1. Ein Tumor wurde diagnostiziert

Das hört sich jetzt total banal an, aber wenn du gerade einen positiven Befund erhalten hast, ist es gut, wenn du dich zuerst einmal entspannst. Ein klarer Kopf denkt besser und es bringt nichts, in blinden Aktionismus zu verfallen. Ist der erste Schock überwunden, setze dich an einen stillen Ort, schließe die Augen, spüre den Boden unter deinen Füßen und konzentriere dich auf den Atem: einatmen, ausatmen, ein, aus. Folge dem Rhythmus. Kontrolliere den Atem nicht, lass ihn anspruchslos kommen und gehen. Bleibe einige Minuten sitzen, bis du dich ruhiger fühlst und die Erdung der Fußsohlen spürst. Mit dieser Übung flachst du Panikspitzen ab, milderst Angstgefühle und gelangst in den Moment. Das Morgen kommt von selbst.

2. Schreib möglichst viel mit

Hast du ein Notizbuch oder -heft zu Hause? Hol es aus der Schreibtischlade und halte fest, was dir vorhin, als du die Diagnose erhalten hast, gesagt wurde. Wer hat mit dir gesprochen? Welcher Körperteil wurde untersucht? Was genau wurde festgestellt? Müssen Differentialdiagnosen abgeklärt werden, also könnte es sich auch um eine andere Erkrankung handeln, oder ist es zweifelsfrei Krebs? Welche sind die nächsten Schritte? Ist kein Notizheft zur Hand, protokolliere auf einen Bogen A4-Papier, und übertrage alles bald in eine gebundene Notizsammlung. Digital (z. B. Evernote, OneNote, Keep, die Notizen-App deines Handys usw.) ist natürlich genauso gut, aber das Schreiben mit der Hand hat den Zusatznutzen, dass es dich wieder besser in den Moment holt.

Person beim Schreiben in ein Notizbuch neben einem Laptop (Foto: Pexels/Ivan Samkov)
Das Schreiben mit der Hand beruhigt und holt dich in den Moment. Foto: Pexels/Ivan Samkov

3. Das Netzwerk aktivieren

Nein, hier geht es nicht um die Matrix, denn die Diagnose verschwindet nicht, wenn du die blaue Kapsel schluckst – der coole Neo hat das ja auch nicht getan. Du solltest jetzt überlegen, wer dir in diesem Moment helfen kann. In deinem Netzwerk persönlicher Kontakte gibt es sicher die eine oder andere Ärztin, jemanden mit eigener Krebserfahrung oder belesene Menschen. Wer könnte dir helfen? Wer kann dir Ärzt*innen oder Spitäler empfehlen? Wer könnte jetzt einfach nur für dich da sein? Es ist kein Schwächezeugnis, um Hilfe zu bitten.

4. Über den Krebs reden

Ob du, und in welchem Umfang du über die Krebsdiagnose sprichst, oder sie für dich behältst, ist eine individuelle Entscheidung. Sei dir bewusst: Du hast es mit einem Tabu in unserer Gesellschaft zu tun. Aber keine Sorge, deswegen darfst du trotzdem offen mit der Erkrankung umgehen. Es ergibt absolut Sinn, zumindest deine Vertrauenspersonen einzuweihen. Dabei kann es vorkommen, dass die Kunde dennoch weitergetragen wird. Falls das passiert, ist es keinesfalls Bösartigkeit dir gegenüber, sondern lediglich Sorge. Deshalb wäre es genauso gut möglich, offen damit umzugehen. Wenn du nicht weiter weißt, berate dich mit deiner besten Freundin oder deinem besten Freund. Oft wird durch das Benennen das Schicksal tragbarer.

Vier Freundinnen nehmen ein Selfie auf und lachen dabei (Foto: Pexels/Hannah Nelson)
Nach einer Krebsdiagnose ist es wichtig, dich mit Menschen zu umgeben, die dir gut tun. Foto: Pexels/Hannah Nelson

Auf der nächsten Seite findest du die Tipps 5 bis 7.

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