Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at
Gesundheit 2.0

Wie die digitale Gesundheitsrevolution unser Leben verändert

Viele unserer Schritte hinterlassen zwei Abdrücke: Einen in der realen Welt und einen weiteren im digitalen Raum. Das Internet ist unser täglicher Begleiter geworden. Ob im Arbeitsleben oder in unserer Alltagskultur. Kaum eine Technologie hat es geschafft, die Menschheit umfassender miteinander zu verbinden und Wissen zugänglich zu machen. Auch der Gesundheitssektor wird einer digitalen Revolution unterworfen. Wie wird dieser Trend unser Leben verändern?

Jede Sekunde wird heute ein Vielfaches mehr an Informationen über das Internet verbreitet, als noch vor 20 Jahren darin gespeichert waren. Exponentielles Wachstum lautet das Stichwort. Ob Kundenkarten, Smartphones und Geräte, die automatisch miteinander kommunizieren: Daten sind in unserer heutigen Welt ein kostbarer Produktionsfaktor geworden. Die clevere Nutzung der gespeicherten Informationen stellt dabei einer der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar.

Im Gegensatz zu diesen Entwicklungen gewinnen Themen wie Achtsamkeit, Gesundheit und Wohlbefinden einen neuen Stellenwert. Qualität wird der Quantität vorausgeschickt, eine höhere Lebensqualität steht im Vordergrund: Weniger Geld für mehr Zeit mit der Familie, Grünfläche statt Einkaufszentrum. Fleisch findet sich nur in Form des Sonntagsbraten am Teller.

Die neue Bedeutung von Gesundheit, flankiert von Big Data, Gen- und Biotech, eröffnen ungeahnte Chancen für Medizin und Wohlbefinden der Zukunft. Die Digitalisierung revolutioniert die Gesundheitsbranche. Der einst regulierte Angebotsmarkt wird zum multilateralen Nachfragemarkt. Maschinen, die ordentlichere Diagnosen stellen sollen als ÄrztInnen. Organe aus dem 3D-Drucker. Maßgeschneiderte Vitamin-Abos.

Ein ganzheitliches Verständnis für Gesundheit soll ein dogmatisches, leistungsorientiertes Gesundheitsstreben ablösen. Das individuelle Wohlbefinden von Körper und Geist wird in den Vordergrund gestellt.

Selbstüberwachung & virtuelle Arztpraxen

Self-Tracking startete als Instrument zur Beobachtung der eigenen Fitness-Aktivitäten. Heute hat es das Potential, die medizinische Versorung zu verbessern. PatientInnen sind damit in der Lage, selbstständig Messungen durchzuführen und diese in Echtzeit an ihren Hausarzt zu übermitteln. So ist es möglich, Symptome aus der Ferne zu überprüfen, gegebenenfalls Diagnosen zu stellen und medizinische Fragen zu beantworten.

Was sich verändert: Die Qualität der ärztlichen Dienstleistung hängt nicht nur von den ÄrztInnen ab, sondern auch von der Mitarbeit ihrer PatientInnen. Der mündige, eigenverantwortliche Patient gewinnt an Bedeutung. Durch ihn kann die Dokumentation der Krankheits- und Betreuungsgeschichte optimiert, die unmittelbare Betreuungszeit verkürzt und die Behandlungsqualität verbessert werden.
Besonders für ältere und bewegungseingeschränkte Personen, für Menschen außerhalb von Ballungszentren sowie für PatientInnen während der Chemotherapie ist dieser Trend eine Chance, um eine engmaschige und qualitativ hochwertige Überprüfung ihres Gesundheitszustandes sicherzustellen.

Daten – Chance oder Gefahr?

Das Einbetten persönlicher Krankendaten in zentralen Systemen bedeutet nicht nur eine Veränderung der Art und Weise, wie wir Krankheiten erfassen. Es eröffnet auch die Möglichkeit, diese vorherzusehen und ihre Auswirkungen einzudämmen.
Eine schnelle Verfügbarkeit medizinischer Daten kann nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern auch Leben retten. Der Knackpunkt für mehr Digitalisierung und Mobilität im Gesundheitswesen ist dabei natürlich der Schutz der hochsensiblen PatientInneninformationen sowie die Wahrung der Privatsphäre.

Bei Kurvenkratzer setzen wir uns stark mit den Trends der Zukunft auseinander. Wir möchten sinnvolle Chancen nutzen, um unseren Teil beizutragen. Das bedeutet für uns mehr Gesundheit und Lebensqualität für alle.

Martina Hagspiel
Über die Kolumne
Was bedeutet Krebs für Mensch und Gesellschaft? Wie verändert die Digitalisierung den Umgang mit schweren Erkrankungen? Und vor allem: Wie kann man diese nutzen, um einen Mehrwert zu schaffen? Themen wie diese gehören aufs Tapet gebracht und aus einer betroffenenzentrierten Sichtweise diskutiert.
Als ehemalige Brustkrebspatientin und Kurvenkratzer-Gründerin weiß Martina ganz genau wovon sie spricht, wenn sie Themen rund um den Lebensumstand Krebs beleuchtet. Ihre Erfahrungen sind persönlich, professionell und kritisch. Ihre Stimme ist nicht nur die einer Unternehmerin, sondern auch die einer Betroffenen. Das Wissen, das aus ihrer Erkrankung entstanden ist will sie nutzen um zu vermitteln, aufzuklären und den Umgang mit der Erkrankung für andere leichter zu machen.

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