Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at

Toxisch

Neulich war die Beisetzung eines ehemaligen Kollegen. Herzstillstand mit 65 Jahren. Ein paar Monate vor dem Ruhestand. Tragisch.

Dort sah ich nach knapp vier Jahren einige meiner alten Kollegen wieder. Unter diesen Umständen war das Treffen alles andere als erfreulich, dennoch tat es mir im Prinzip gut, sie zu sehen. Man lud mich ein, einer privaten Gruppe beizutreten, die sich ein- bis zweimal im Jahr trifft.

Ich habe abgelehnt.

Warum? Weil die kurzen Gespräche vor und nach der Beisetzung mich leider zu sehr an die toxische Beziehung zu meinem ehemaligen Arbeitgeber erinnerten. Die Kollegen tragen keine Schuld daran, aber meine negativen Erinnerungen an die Firma sind untrennbar mit ihnen verknüpft. Die Wunden sind noch nicht geheilt, werden es vielleicht auch nie. Ich fühlte mich innerlich zerrissen, überflutet von negativen Erinnerungen. Ich ließ mich verleiten über die negativen Dinge von damals zu sprechen. Das tat nicht gut.

Lese ich die alten Beiträge bzw Entwürfe heute nochmal, kommen alte Gefühle hoch und ich weiss wieder warum ich den Kontakt zu allen ehemaligen Arbeitskollegen abgebrochen habe.

Hier drei Kernaussagen, die mir damals fast den Boden unter den Füßen riss:

Wer hier arbeitet ist gesund!
- Arbeitgeber
Es wäre den anderen Kollegen unfair gegenüber meinen Zustand in einer Bewertung zu berücksichtigen!
- Arbeitgeber
Wenn du eine bessere Bewertung willst, dann lass dich einfach abstufen!
- Arbeitgeber

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