Unter dem Motto „talk about cancer“ beschäftigen wir uns mit den vielen Facetten einer Krebserkrankung.hello@kurvenkratzer.at

Wie alles begann

Es war im Skiurlaub, nach dem Duschen… Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Manno dachte ich mir, schon wieder irgend eine Verspannung. Egal, Schmerzmedikament ist ja dabei. Eingeworfen und gut wars. Im Hinterkopf der Gedanke “Na wenn das Krebs wäre, dann würden diese Tabletten nicht helfen!” Neuer Tag, erneut schönes Wetter und wieder diese komischen Schmerzen, die eigentlich nur im Sitzen auftraten.

Nach ein paar Tagen, wir waren wieder zu Hause – die Schmerzen wieder weg. Aber dann waren Sie wieder da. Naja, egal, ich geh mal zum Hausarzt. Der meinte, machen wir mal ein Lungenröntgen und einen Bauchultraschall. “Können´s gleich hinfahren, dafür brauchen´s keinen Termin” meinte er. Gesagt getan, vom Hausarzt direkt zum Radiologen. Ich hatte gerade meine Jacke ausgezogen und kurz Platz genommen, dann  wurde ich schon aufgerufen. So, Lungenröntgen erledigt. Danach zum Bauchultraschall. Dort wars ein wenig zum Warten, gefühlt würde ich sagen so 45 min. Dann war ich auch dran. Der Radiologe beginnt mit dem Ultraschall. Davor hat er noch meine Röntgenbilder der Lunge “aufgehängt”. Beim linken Lungenflügel habe ich einen Schatten gesehen und dachte mir, puh, das sieht aber komisch aus. Hatte aber keine Ahnung was ich da wirklich sehe und auch erst das zweite Mal ein Röntgenbild meiner bzw. überhaupt von Lungen gesehen. Ich weiß ja nicht was man da drauf noch alles sieht.

Egal, der Arzt beginnt mit dem Ultraschall. Bitte nach links, bitte nach rechts, bitte einatmen, bitte ausatmen, bitte Luft anhalten, bitte weiter atmen – dass mich diese Wörter noch ganz lange begleiten werden, wusste ich bis dahin noch nicht!

Dann die Frage, “Arbeiten Sie mit Chemikalien?” Ich verneinte natürlich, weil es ja nicht so ist. Es lies  mir keine Ruhe mehr und ich fragte, “Hat´s leicht was?”. Der Radiologe sagte nur, “Ist Ihr Hausarzt am Nachmittag in der Ordination, weil dann fahren´s doch gleich wieder zu ihm!” PENG! von dieser Sekunde an schlug mein Herz im Hals und nicht mehr in der Brust. Er sagte mir nicht was los ist, aber anhand der Stimme, seines Ausdrucks im Gesicht und seinem Verhalten wusste ich, so, da hat´s jetzt wirklich was.

Zum Hausarzt rein, er hatte noch nicht geöffnet. Nur das Wartezimmer war schon voll mit Pensionisten – am Nachmittag – darüber musste ich mich innerlich gleich mal wieder ärgern. Eine Eigenschaft, die ich ca. 1 Stunde später sofort abgelegt hatte.

So, ich wurde aufgerufen. Sagte meinem Hausarzt dass ich am Vormittag schon beim Kollegen da war und mich dieser zum Lungenröntgen und Ultraschall geschickt hatte und es müsste jetzt schon der Befund da sein. Ich packte die Röntgenbilder aus und sagte “Ich glaube da hat´s was”, deute auf den vorhin erwähnten Schatten vor/ bei meinem linken Lungenflügel. Mein Hausarzt sagte “Nein, da hat es nichts das ist das Herz, aber hier stimmt was nicht”, er deutete auf einen Schatten am Ende des rechten Lungenflügels und öffnete parallel dazu den Befund vom Radiologen auf seinem Bildschirm.

Ich sah sein Gesicht nur von der Seite, er wurde sprichwörtlich kreidebleich, schaute mich an und sagte, “Ja Herr Aschauer, was ist da los?” und begann in kurzen Sätzen, stotternd vorzulesen, was der Radiologe in den Befund reingeschrieben hatte:

  • Metastasen in der Leber
  • Metastasen im Bauchfell
  • Metastasen in der Blase
  • Kein Primärtumor ersichtlich.
  • Abklärung erforderlich.

PENG! Wie auf Knopfdruck begannen mir die Tränen aus den Augen zu kullern und ich fühlte in dem Moment, dass die Welt um mich still stand . Der erste Gedanke war, so, du musst jetzt sterben!

Mein Hausarzt, auch Lungenfacharzt, sagte zu mir dass es sich hier “nur” um Metastasen handelt und er einige Kollegen kennt, die von Lebermetastasen wieder geheilt wurden. Er weiß dass das hier jetzt eine megaschlimme Diagnose ist, aber es auch keine Grund dafür gibt, gleich aufzugeben.

Ich bekam die Überweisung ins KuK Linz. Dort ging ich am Freitag, den 07.02.2020 auch hin – wissentlich, dass das Kuk an diesem Tag keine Aufnahme hat  und es schwierig werden könnte, überhaupt aufgenommen zu werden, bzw. mit einem Arzt sprechen zu können.

Den Schatten, den mein Hausarzt übrigens meinte, war ein Zwerfellhochstand von rund 8 cm, verursacht durch meine Lieber, die zu diesem Zeitpunkt bereits RIESENGROSS war.

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